Traurige Wahrheit in Kirchheim: Auto hat Vorrang vor der Natur

Schon beim ersten Blick auf den Plan fiel mir ins Auge: „Bäume und Hecke roden“, „Bäume roden“, „Hecke entlang des bestehenden Grabens roden“ usw.

Es handelt sich dabei um einen Planentwurf für die Sanierung der Ortsverbindungsstraße von Gaubüttelbrunn nach Kirchheim. Diese soll nicht nur verbreitert werden, sondern auch für den Verkehr besser befahrbar. Dafür muss in Teilen die Trassenführung geändert werden.
Unglücklicherweise liegen sämtliche grünen Tupfer, die an dieser Straße existieren, an Stellen, wo die neue Trassen entlang führen soll, und müssen somit weichen.

Wir sehen keinen Grund, warum der Trassenverlauf geändert werden sollte:
– es handelt sich um eine Ortsverbindungsstraße und keine Bundesstraße
– Verlegung der Trasse bedeutet, dass zusätzlich zu der Verbreiterung wertvoller Ackerboden versiegelt wird; dort, wo die alte Straße verlief, wird auf absehbare Zeit nicht die Bodenqualität der neu versiegelten Bereiche erreicht werden
Abholzung der wenigen grünen Stellen entlang der Straße, nur, damit die Autos die wenigen hundert Meter ein wenig schneller fahren können?!?
– geradere Straße suggeriert mehr Sicherheit -> die Autos fahren schneller -> es werden tendenziell mehr (und schwerere) Unfälle passieren, als bei angepasster Fahrweise an die Straßenverhältnisse
– die beste Möglichkeit, Unfälle zu vermeiden, wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung; die ist momentan aufgrund der Straßenschäden vorhanden

Es wäre wünschenswert, wenn bereits bei der Vergabe von Planungen die Vorgabe gemacht wird, auf bestehenden Bewuchs Rücksicht zu nehmen!

Nachtrag vom 22.06:
Es gibt nun auch noch Planungen, die Kuppe um einen Meter abzutragen. Angeblich kostet das nicht viel mehr, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass so viel Erdarbeiten „nicht viel“ ausmachen.
Dadurch würde eine Art Hohlweg entstehen, in dem mögliche Fußgänger oder Radfahrer zwar eher gesehen werden, aber keine Chance hätten, in den Straßengraben auszuweichen.
Egal, wie die Kuppe ausgeführt wird, gilt auch weiterhin, dass man den Straßenverhältnissen angepasst fahren muss. Vor einer Kuppe also vorsichtig.

Fazit: Kein Geld rauswerfen für vermeintliche Straßen“verbesserungen“!

Antje Boyks ist Apothekerin. In Zeiten der Klimakrise versucht sie, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das fängt an beim Ressourcenschutz (Altbausanierung, Dinge so lange wie möglich nutzen, wenig Konsum), geht über die Nutzung regenerativer Energien und endet in politischer Beteiligung.

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