Zum diesjährigen Neujahrsspaziergang trafen wir uns an einem sonnigen Sonntagnachmittag am Bahnhof Kirchheim. Von dort fuhren wir mit der Bahn nach Gaubüttelbrunn, wo schon weitere Interessierte auf uns warteten. Insgesamt rund 25 Teilnehmende nahmen an der geführten Exkursion teil, die entlang des Dammbaches und des Radwegs Wissen und Einblicke in das Leben und Wirken des Bibers vermittelte.
Entlang der Strecke konnten wir zahlreiche Biberspuren entdecken, darunter typische Trampelpfade, Rutschen ins Wasser sowie mehrere Dämme. Da der Biber den Eingang seiner Wohnhöhlen aus Sicherheitsgründen stets unterhalb des Wasserspiegels anlegt, ist er darauf angewiesen, den Wasserstand aktiv zu regulieren. Zu diesem Zweck errichtet er Dämme aus Holz, Schlamm und Pflanzenmaterial.
Unser Bürgermeister Christian Stück erläuterte die begleitenden Pflegemaßnahmen der Kommune im Umfeld der Biberreviere. Um ungewollte Überschwemmungen von Wegen oder angrenzenden Flächen zu vermeiden, müssen die Dämme teilweise reguliert werden. Dies geschieht entweder durch einen kontrollierten Rückbau auf ein definiertes Niveau oder durch den Einbau von Durchflussrohren, die einen maximalen Wasserstand vorgeben. Der Biber reagiert jedoch häufig schnell, indem er solche Rohre mit Baumaterial verstopft. In der Praxis werden daher ergänzend Seitenkanäle angelegt oder mehrere Meter aus dem Damm herausragende Rohre mit seitlichen Schlitzen verbaut, um den Wasserstand dauerhaft zu stabilisieren. Auch diese Maßnahmen erfordern regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls das Wiederherstellen des Durchflusses mit geeignetem Gerät.
Ein weiteres Thema war die Grabtätigkeit des Bibers unter Wegen hindurch. Hier besteht Handlungsbedarf, um langfristig die Standsicherheit von Wegen zu gewährleisten und Schäden für Fahrzeuge zu vermeiden.
Im Rahmen der Exkursion wurde auch die ökologische Bedeutung des Bibers für den Wasserhaushalt der Landschaft hervorgehoben. Durch seine Dämme verlangsamt der Biber den Wasserabfluss in Bächen und Gräben. Dadurch wird Wasser länger in der Fläche zurückgehalten, was insbesondere in Trockenperioden zu einer stabileren Grundwasserneubildung beiträgt. Gleichzeitig wirken die gestauten Bereiche wie natürliche Rückhaltebecken bei Starkregenereignissen und können Hochwasserspitzen abschwächen. Die entstehenden Feuchtgebiete erhöhen zudem die Verdunstung und verbessern das lokale Mikroklima. Langfristig entsteht so eine widerstandsfähigere Landschaft, die besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen kann.
Nach einem Zwischenstopp an der Ausgleichsfläche mit angrenzenden, erhaltenswerten alten Obstbäumen führte uns der Rückweg über Flurwege und den Berg zurück nach Kirchheim und bildete den Abschluss einer informativen und praxisnahen Exkursion.

Beim Neujahrsspaziergang dabei waren viele der Grünen Liste, hier auf dem Bild v.l.n.r. Antje Boyks, Laura Schendzielorz, Thomas Zinnecker

Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Unsere Liste für Kirchheim und Gaubüttelbrunn 2026
Für mehr „grün“ im Kirchheimer Gemeinderat! Am Sonntag wählten die Mitglieder des Ortsverbands von Bündnis 90/ Die Grünen in Kirchheim/Gaubüttelbrunn die Liste Kommunalwahl 2026. Es gab große Einigkeit und alle…
Weiterlesen »
Was spielt mein Kind da eigentlich?
Die Welt der Videospiele und des Gamings ist groß, unübersichtlich und für so manchen auch sehr verwirrend. Viele Eltern fragen sich daher oft „Was spielt mein Kind da eigentlich“?! Thomas…
Weiterlesen »
28.9. Obstwiesenfest
Am 28.9. veranstalten wir zusammen mit der Ortsgruppe Bund Naturschutz und dem Obst- und Gartenbauverein Kirchheim ein Fest rund um den besonderen Lebensraum Streuobstwiese. Von 14:00 bis 18:00 Uhr wird die…
Weiterlesen »